Asphaltprobeneimer und Bohrkerneimer richtig auswählen

Praxis-Tipps · 6 Min. Lesezeit

Ob Mischgutprobe vom Einbau, Bohrkern aus der fertigen Decke oder Bitumenprobe aus der Lieferung: Im Asphaltbau werden laufend Proben genommen, und jede davon muss sicher verpackt, eindeutig beschriftet und teils über Jahre archiviert werden. Der richtige Behälter ist dabei mehr als ein Eimer. Dieser Ratgeber zeigt, welche Probenbehälter sich für welche Probe eignen und worauf es bei Beschriftung und Lagerung ankommt.

Warum Proben einen richtigen Behälter brauchen

Proben sind im Streitfall bares Geld wert: Bei Kontrollprüfungen und in der Eigenüberwachung entscheiden sie darüber, ob eine Leistung anerkannt wird. Regelwerke wie die ZTV Asphalt-StB sehen dafür definierte Prüfungen vor, und Rückstellproben werden häufig über längere Zeiträume aufbewahrt. Ein Probenbehälter muss deshalb mehr können als Material aufnehmen:

  • Formstabil bleiben, auch bei heiß eingefüllten Mischgutproben und im rauen Baustellentransport
  • Sicher verschließen, damit unterwegs nichts verloren geht oder verunreinigt wird
  • Wieder zu öffnen sein, ohne den Behälter zu zerstören
  • Beschriftbar sein, damit die Probe auch nach Monaten eindeutig zuzuordnen ist
  • Stapelbar sein, weil sich im Prüflabor und im Archiv schnell hunderte Behälter sammeln

Improvisierte Lösungen wie gebrauchte Farbeimer oder Folienbeutel scheitern in der Praxis regelmäßig an genau diesen Punkten, spätestens bei der Archivierung.

Die passenden Behälter für jede Probenart

Auf RoadPartner sind unter anderem die Probenbehälter des Verpackungsherstellers Pirlo gelistet, aus Weißblech gefertigt, auf Baustellenbetrieb ausgelegt und vollständig recycelbar. Sie werden palettenweise geliefert, innerhalb Deutschlands inklusive Versand. Daneben gibt es einzeln bestellbare 10-Liter-Probeeimer.

Für Mischgutproben: der Asphaltprobeneimer

Der Klassiker für Proben vom Fertiger oder aus der Lieferung: Der Asphaltprobeneimer mit Eindrückdeckel nimmt feste Proben auf und gibt sie restlos wieder her. Der Eindrückdeckel mit Rastfunktion lässt sich leicht wieder verschließen, die Außenfläche ist beschriftbar und etikettierbar. Erhältlich in 6 und 10 Litern (330 Stück je Palette).

Für Bohrkerne: der konische Bohrkerneimer

Bohrkerne aus der fertigen Decke brauchen einen Behälter, der zum Standarddurchmesser passt: Der Bohrkerneimer ist auf Bohrkerne mit 150 Millimetern Durchmesser abgestimmt. Die konische Form macht die leeren Eimer nest- und stapelbar, das spart Platz in Lagerhaltung und Archiv. Erhältlich in 5,4 Litern (270 mm Höhe) und 7,7 Litern (370 mm Höhe) für unterschiedliche Kernlängen.

Für Bitumenproben: die Eindrückdeckeldose

Flüssige Bitumenproben aus Lieferungen gehören in kleine, dichte Gebinde: Die Eindrückdeckeldose mit 0,9 Litern ist für die Bitumenprobenentnahme ausgelegt, mit guter Restentleerbarkeit, wiederverschließbarem Rastdeckel und beschriftbarer Oberfläche.

Faustregel: Mischgutprobe in den Asphaltprobeneimer, Bohrkern in den Bohrkerneimer, Bitumenprobe in die Eindrückdeckeldose. Wer alle drei Behältertypen im Bestand hat, deckt die üblichen Probenarten der Eigenüberwachung und Kontrollprüfung ab.

Abfüllgebinde für Reparaturasphalt und Bitumenprodukte

Neben den Probenbehältern gibt es aus derselben Fertigung auch Abfüllgebinde für alle, die Kaltasphalt, Bitumenvoranstriche oder Spachtelmassen selbst abfüllen oder umfüllen:

Beide Gebinde sind optional mit UN-Zulassung erhältlich, relevant, wenn abgefüllte Produkte als Gefahrgut transportiert werden. Fertig abgefüllten Kaltasphalt für die Reparatur gibt es übrigens direkt in der Kategorie Schlaglochsanierung.

Beschriftung und Archivierung: die halbe Miete

Häufiger Fehler: Die Probe ist sauber genommen und sicher verpackt, aber nach einem halben Jahr weiß niemand mehr, von welcher Baustelle, welchem Feld und welchem Datum sie stammt. Eine Probe ohne eindeutige Zuordnung ist wertlos.

Bewährt hat sich ein festes Beschriftungsschema direkt auf dem Behälter oder Etikett:

  • Projekt beziehungsweise Baustelle und Auftragsnummer
  • Entnahmestelle (Station, Feld, Schicht)
  • Datum und Uhrzeit der Entnahme
  • Materialsorte laut Lieferschein
  • Name des Probenehmers

Für die Archivierung zahlt sich die Stapelbarkeit der Behälter aus: Rückstellproben lassen sich in Regalen platzsparend lagern, und die beschriftbare Außenfläche macht jede Probe ohne Öffnen identifizierbar. Aufbewahrungsfristen richten sich nach den vertraglichen Vereinbarungen und den einschlägigen Regelwerken.

Fazit

Probenbehälter sind ein kleiner Posten mit großer Wirkung: Sie entscheiden mit darüber, ob Proben im Prüffall verwertbar sind. Mit Asphaltprobeneimer, Bohrkerneimer und Eindrückdeckeldose gibt es für jede Probenart im Asphaltbau den passenden Behälter, formstabil, wiederverschließbar, beschriftbar und stapelbar. Wer zusätzlich selbst abfüllt, findet mit Eimer und Hobbock die passenden Gebinde, auf Wunsch mit UN-Zulassung.

→ Probenbehälter auf RoadPartner ansehen

Häufige Fragen

Welcher Behälter eignet sich für Asphalt-Mischgutproben?

Ein Asphaltprobeneimer aus Weißblech mit Eindrückdeckel. Er nimmt die heiß entnommene Mischgutprobe auf, bleibt formstabil, lässt sich nach dem Erkalten wieder öffnen und gibt feste Proben restlos her. Übliche Größen sind 6 und 10 Liter, je nach geforderter Probenmenge.

Welcher Eimer passt für Bohrkerne?

Spezielle Bohrkerneimer sind auf den Standarddurchmesser von 150 Millimetern abgestimmt und in verschiedenen Höhen erhältlich, etwa 270 und 370 Millimeter für unterschiedliche Kernlängen. Die konische Form macht leere Eimer stapelbar, was bei der Archivierung von Rückstellproben viel Platz spart.

Wie werden Bitumenproben verpackt?

In kleinen, dicht schließenden Metallgebinden wie einer Eindrückdeckeldose mit rund einem Liter Volumen. Wichtig sind gute Restentleerbarkeit für die Prüfung, ein wiederverschließbarer Deckel und eine beschriftbare Oberfläche für die eindeutige Zuordnung der Probe.

Was muss auf einem Probenbehälter stehen?

Mindestens Projekt und Auftragsnummer, Entnahmestelle, Datum und Uhrzeit, Materialsorte laut Lieferschein und der Name des Probenehmers. Eine Probe ohne eindeutige Beschriftung lässt sich später keinem Einbauabschnitt mehr zuordnen und ist damit für Nachweise wertlos.

Wann braucht ein Gebinde eine UN-Zulassung?

Wenn darin Produkte abgefüllt und transportiert werden, die als Gefahrgut eingestuft sind, etwa bestimmte lösemittelhaltige Bitumenvoranstriche. Für reine Asphalt- und Bohrkernproben ist keine UN-Zulassung erforderlich. Abfülleimer und Hobbocks gibt es wahlweise mit und ohne UN-Zulassung.


Hinweis: Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick. Verbindlich sind die einschlägigen technischen Regelwerke (etwa ZTV Asphalt-StB und die zugehörigen Prüfvorschriften), die vertraglichen Vereinbarungen und die Herstellerangaben der Produkte.

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